Wertstrom-Symbole: Rother/Shook und Erlach im Vergleich
Wertstromkarten nutzen einen festen Symbolvorrat, damit jede Lean-Praktikerin und jeder Praktiker sie ohne Legende lesen kann. Die beiden gängigen Schulen unterscheiden sich in Details; der Wertstromdesigner bietet die Obermenge beider Symbolsätze.
Materialfluss
- Prozesskasten: ein Arbeitsschritt mit Datenkasten (Zykluszeit, Rüstzeit, Verfügbarkeit, Ausschuss, Losgröße, Mitarbeiter, Schichten, EPEI).
- Bestand (Dreieck mit „I“): ungesteuerter Bestand zwischen zwei Prozessen, angegeben in Stück; das Tool rechnet die Reichweite in Tagen aus.
- Supermarkt: definierter Pull-Bestand, aus dem der Folgeprozess entnimmt und der per Kanban nachgefüllt wird.
- FIFO-Bahn: koppelt zwei Prozesse mit begrenzter Stückzahl in fester Reihenfolge.
- Sicherheitsbestand: bewusst gehaltener Puffer gegen Störungen, zeitlich befristet.
- Push-Pfeil (gestreift): Material wird weitergeschoben, unabhängig vom Bedarf. Pull-Pfeil: der Folgeprozess holt sich, was er braucht.
- Transport (LKW, Milkrun, Bahn): externe Lieferung mit Frequenz.
Informationsfluss
- Produktionsplanung (Kasten oben): das ERP- oder PPS-System, Empfänger von Prognosen und Abrufen.
- Geschäftsprozess (Erlach): Auftragsabwicklung, Arbeitsvorbereitung, Disposition mit Bearbeitungsdauer in Arbeitstagen.
- Informationsfluss manuell (gerader Pfeil) und elektronisch (Blitz-Pfeil).
- Produktions-Kanban, Entnahme-Kanban und Signal-Kanban: Karten, die Nachproduktion oder Entnahme auslösen.
- Kanban-Briefkasten und Heijunka-Box: Sammelpunkt für Karten und Nivellierungsbox am Schrittmacher.
- „Go see“ (Brille): Planung per Augenschein statt per System.
Notizen und Zeitlinie
Der Kaizen-Blitz markiert eine Verbesserungsidee an der Stelle, wo sie wirkt; im Wertstromdesigner trägt er Verantwortlichen, Termin und Status und wird so zur Maßnahme.
Die Zeitlinie am unteren Rand stellt Liegezeiten (oben) und Bearbeitungszeiten (unten) gegenüber. Ihre Summen sind Durchlaufzeit und Bearbeitungszeit.
Rother/Shook oder Erlach?
Die amerikanische Schule (Lean Enterprise Institute) ist international verbreitet und nutzt englische Kürzel im Datenkasten (C/T, C/O, Uptime). Die deutsche Schule nach Erlach ergänzt Geschäftsprozesse, Transporte und eine strengere Terminologie (ZZ, RZ, Verfügbarkeit) und ist Grundlage vieler Hochschulkurse im deutschsprachigen Raum.
Wer mit internationalen Standorten arbeitet, bleibt bei Rother/Shook; wer die Ausbildung nach Erlach kennt, wählt diesen Satz. Im Wertstromdesigner lässt sich der Symbolsatz jederzeit umschalten, die Datenkästen werden passend beschriftet.
Im Wertstromdesigner üben
Schalte in der Demo den Symbolsatz zwischen Obermenge, Erlach und Rother/Shook um und beobachte die Palette und die Datenkästen.
Vorlage im Designer öffnen Leer startenHäufige Fragen
Was bedeutet das Dreieck in der Wertstromanalyse?
Das Dreieck mit dem Buchstaben I (Inventory) ist ein Bestand zwischen zwei Prozessen. Darunter steht die Stückzahl, daraus ergibt sich die Reichweite in Tagen.
Was ist der Unterschied zwischen Supermarkt und FIFO-Bahn?
Ein Supermarkt hält definierte Mengen je Variante und wird per Kanban nachgefüllt; der Folgeprozess entnimmt, was er braucht. Eine FIFO-Bahn koppelt zwei Prozesse mit begrenzter Stückzahl in fester Reihenfolge, ohne Variantenwahl.
Wofür steht EPEI?
Every Part Every Interval: der Zeitraum, in dem jedes Produkt der Familie einmal gefertigt wird. Je kürzer, desto kleiner Lose und Bestände.